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Tarifgebundene Diplomkaufleute sind im Vorteil

Lohnspiegel.de - Einkommen von Diplomkaufleute in Deutschland

Diplomkaufleute 2016Diplomkaufleute und Diplom-Betriebswirt/innen verdienen ohne Sonderzahlungen bei einer 40-Stunden-Woche im Durchschnitt 4.851 Euro brutto. In tarifgebundenen Betrieben sind ihre Monatseinkommen und Sonderzahlungen deutlich besser ausgestattet: Ohne Tarifvertrag gibt es im Schnitt 4.417 Euro im Monat, mit Tarifvertrag rund 5.186 Euro, also 769 Euro mehr. Zu diesem Ergebnis der LohnSpiegel-Umfrage haben zwischen Anfang 2011 bis Mitte 2015 rund 920 Diplom-Kaufleute beigetragen.

Kaufleute und Betriebswirt/innen erhalten ihr Diplom über ein Studium an einer Fachhochschule oder Universität. Beide Berufsbezeichnungen werden gleichrangig verwendet. Nach ihrem Studienabschluss arbeiten Diplomkaufleute in Industrieunternehmen aller Wirtschaftszweige, in der öffentlichen Verwaltung, bei Verbänden, im Kredit- und Versicherungsgewerbe oder im Bereich der Markt- und Meinungsforschung.

Im Einzelnen kommt die Studie unter anderem zu folgenden Ergebnissen:

  • Durchschnittliches Einkommen: Im Durchschnitt verdienen Diplomkaufleute ohne Berücksichtigung von Weihnachts- und Urlaubsgeld und anderen Sonderzahlungen monatlich 4.851 Euro (Basis: 40 Wochenstunden). Eine genauere Differenzierung zeigt: Der Medianwert beträgt 4.705 Euro. Das heißt 50 Prozent der Diplomkaufleute erhalten mehr und 50 Prozent weniger als diesen Betrag.
  • Tarifbindung: Rund 57 Prozent der Diplomkaufleute arbeiten in einem Betrieb, in dem ein Tarifvertrag gilt. In Ostdeutschland sind es 42 Prozent, in Westdeutschland knapp 59 Prozent. Diplomkaufleute, die in tarifgebundenen Betrieben arbeiten, verdienen mehr als ihre Kolleg/innen in Betrieben ohne Tarifbindung. Und sie erhalten häufiger Sonderzahlungen: Während rund 62 Prozent der Befragten in Betrieben mit Tarifbindung Weihnachtsgeld bekommen, liegt dieser Anteil in Betrieben ohne Tarifbindung bei lediglich 38 Prozent. Ganz ähnlich sieht es beim Urlaubsgeld aus. Eine Tarifbindung verdoppelt nahezu die Chance, diese Sonderzahlung zu erhalten.
  • Betriebsgröße: Mehr als die Hälfte (52,9 Prozent) der Diplomkaufleute im Datensatz arbeiten in Betrieben mit mehr als 500 Beschäftigten. In diesen Betrieben erhalten Diplomkaufleute im Schnitt 5.081 Euro. Am wenigsten verdienen Befragte in Betrieben mit bis zu 20 Mitarbeiter/innen. Hier liegt der Durchschnittsverdienst bei 3.943 Euro. In Betrieben mit 100 bis 500 Beschäftigten werden im Schnitt 2.885 Euro verdient.
  • Berufserfahrung: In aller Regel steigt das Einkommen mit der Dauer der Berufserfahrung. Dies gilt auch für die Diplomkaufleute im Datensatz. Bei einer Berufserfahrung bis zu einem Jahr beträgt das durchschnittliche Monatseinkommen 4.106 Euro, bei mehr als 15 Jahren steigt es auf rund 6.000 Euro.
  • Arbeitszeit: Die durchschnittliche vertragliche Arbeitszeit der Diplomkaufleute liegt bei 39 Stunden in der Woche, doch die Befragten geben an, tatsächlich mehr zu arbeiten: Der Durchschnitt der tatsächlichen Wochenarbeitszeit liegt bei gut 43 Stunden. Lediglich 5,5 Prozent der Befragten haben eine vertragliche Arbeitszeit von mehr als 40 Stunden festgelegt, jedoch geben 55 Prozent aller Diplomkaufleute an, tatsächlich länger als 40 Stunden in der Woche zu arbeiten.
  • Überstunden: Rund 61 Prozent aller befragten Diplomkaufleute arbeiten im Allgemeinen mehr als vertraglich vereinbart. Etwa 41 Prozent dieser Beschäftigten bekommen dafür eine entsprechende Bezahlung oder Freizeitausgleich. 59 Prozent der Befragten erhalten keine Überstundenvergütung. Dies gilt für 68 Prozent aller Befragten aus nicht tarifgebundenen Betrieben und 50,5 Prozent der Befragten aus tarifgebundenen Betrieben.
  • Zufriedenheit: Im Vergleich mit allen Beschäftigten im LohnSpiegel sind die Diplom-Kaufmänner/-frauen und Diplom-Betriebswirt/innen in fast allen Kategorien zufriedener. Auf einer Skala von 1 (überhaupt nicht zufrieden) bis 5 (in jeder Hinsicht zufrieden) liegen ihre Durchschnittswerte in den Kategorien Arbeitszufriedenheit, Zufriedenheit mit der Bezahlung sowie der Menge an Freizeit stets über den Werten aller Beschäftigten im LohnSpiegel. Die Befragten geben ebenfalls ein vergleichsweise geringeres Maß an beruflicher Belastung zu Protokoll als die Beschäftigten insgesamt.

Komplette Auswertung des WSI-Tarifarchivs (PDF, 583 kB)