Industriekaufleute

Das Bruttomonatseinkommen der Industriekaufleute beträgt ohne Sonderzahlungen auf Basis einer 38-Stunden-Woche durchschnittlich rund 3.059 Euro. Die Hälfte der Industriekaufmänner und -frauen verdient weniger als 2.996 Euro. Diese Auswertung beruht auf den Einkommensdaten von mehr als 1.300 Industriekaufleuten, die von 2010 bis Ende 2014 den Online-Fragebogen LohnSpiegel ausgefüllt haben.

Industriekaufleute

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Bei dem Beruf „Industriekaufmann/-frau“ handelt es sich um eine in der Industrie und im Handwerk (geregelt durch die Ausbildungsverordnung) angebotene duale Ausbildung. Die angehenden Industriekaufleute werden drei Jahre parallel in Ausbildungsbetrieb und Berufsschule dual ausgebildet. Während der praktische Teil in den Betrieben vermittelt wird, übernimmt die Berufsschule den theoretischen Teil der Ausbildung. Durchgeführt werden die Ausbildungen von den Industrie- und Handelskammern (IHK) sowie privaten Bildungsträgern.


Industriekaufleute befassen sich in Unternehmen aller Branchen mit kaufmännisch-betriebswirtschaftlichen Aufgabenbereichen wie Materialwirtschaft, Vertrieb, Marketing, sowie Personal-, Finanz- und Rechnungswesen. Industriekaufleute finden Beschäftigung in Unternehmen nahezu aller Wirtschaftsbereiche. Sie verhandeln mit Lieferanten, betreuen die Warenannahme und -lagerung, sowie Planung, Steuerung und Überwachung der Herstellung von Waren oder Dienstleistungen, mit den Kunden. Auch Verkaufsverhandlungen gehören zu ihren Tätigkeiten (Quelle: Bundesagentur für Arbeit).

 

Die Studie kommt im Einzelnen u. a. zu folgenden Ergebnissen:

 

  • Tarifbindung
    Industriekaufleute profitieren von der Tarifbindung. In tarifgebundenen Betrieben liegt ihr Monatseinkommen mit durchschnittlich 3.431 Euro rund 26 Prozent über dem Gehalt ihrer Kolleg/innen in nicht tarifgebundenen Betrieben. Insgesamt geben gut 49 Prozent der Industriekaufleute an, dass in dem Betrieb, in dem sie arbeiten, ein Tarifvertrag gilt.
  • Arbeitszeit
    Die durchschnittliche vertragliche Arbeitszeit der Industriekaufleute liegt bei 37 Stunden in der Woche, doch die Befragten geben an, tatsächlich mehr zu arbeiten. Der Durchschnitt der tatsächlichen Arbeitszeit beträgt 39 Stunden. Bei etwa 4 Prozent der Befragten ist eine vertragliche Arbeitszeit von mehr als 40 Stunden festgelegt. Knapp 38 Prozent geben an, tatsächlich über 40 Stunden in der Woche zu arbeiten.
  • Überstunden
    Rund 50 Prozent aller befragten Industriekaufleute geben an, im Allgemeinen mehr als vertraglich vereinbart zu arbeiten. Knapp 60 Prozent bekommen dafür eine entsprechende Bezahlung oder Freizeitausgleich. Gut 39 Prozent der Befragten erhalten keine Überstundenvergütung. Dies gilt für rund 45 Prozent aller Befragten aus nicht tarifgebundenen Betrieben und 40 Prozent der Befragten aus tarifgebundenen Betrieben.
  • Berufserfahrung
    In aller Regel steigt das Einkommen mit der Dauer der Berufserfahrung. Dies gilt auch für die Berufsgruppe der Industriekaufmänner/-frauen. Bei einer Berufserfahrung bis zu einem Jahr beträgt das durchschnittliche Monatseinkommen 2.470 Euro, bei mehr als zwanzig Jahren steigt es auf 3.578 Euro. Dies bedeutet einen Einkommenszuwachs von 1.108 Euro.
  • Zufriedenheit
    Im Vergleich mit allen Beschäftigten im LohnSpiegel zeigt sich im Hinblick auf die Zufriedenheit kein entscheidender Unterschied. Auf einer Skala von 1 (überhaupt nicht zufrieden) bis 5 (in jeder Hinsicht zufrieden) liegen ihre Durchschnittswerte in den Kategorien Arbeitszufriedenheit, Zufriedenheit mit der Bezahlung, der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie der Menge an Freizeit in etwa gleich auf mit den Werten aller Beschäftigten im LohnSpiegel.

 

Weitere Informationen
Die komplette Auswertung (pdf)