Marketingfachkräfte

Das Bruttomonatseinkommen von Marketingfachkräften beträgt ohne Sonderzahlungen auf Basis einer 38-Stunden-Woche durchschnittlich 3.490 Euro. Beschäftigte in tarifgebundenen Unternehmen stellen sich bei Monatseinkommen und Sonderzahlungen deutlich besser. Zu diesen Ergebnissen haben bei der LohnSpiegel-Umfrage 613 Marketingfachkräfte beigetragen.

Marketingfachkräfte übernehmen je nach Branche oder Unternehmensausrichtung beispielsweise die Konzeption und Umsetzung von Kunden- und Unternehmensrepräsentationen, Messen und anderen Marketingveranstaltungen. Sie arbeiten in Handwerks-, Industrie- und Handelsunternehmen der unterschiedlichsten Wirtschaftszweige. Auch im Dienstleistungsbereich oder bei Verbänden und Organisationen sind sie tätig. Ihr Beruf basiert meist auf einer schulischen Ausbildung. Es gibt jedoch auch Ausbildungsgänge, bei denen die Auszubildenden parallel zur theoretischen Ausbildung eine berufspraktische Assistenzzeit in einem Unternehmen durchlaufen. „Auffallend ist der hohe Prozentsatz an Beschäftigten, die deutlich länger als vertraglich vereinbart arbeiten“, sagt WSI-Experte Dr. Heiner Dribbusch: Fast 73 Prozent der befragten Marketingfachkräfte geben an, im Allgemeinen mehr als vertraglich vereinbart zu arbeiten.

 

Marketingfachkräfte sind im Bereich der Unternehmens- und Produktpräsentation tätig. Sie stellen beispielsweise Kontakte zu Geschäftspartnern her oder organisieren die Öffentlichkeitsarbeit. Art und Dauer der Aus- bzw. Weiterbildung sind nicht festgelegt. Je nach zuständigem Bildungsträger führt die Ausbildung zu unterschiedlichen Abschlussbezeichnungen (Quelle: Bundesagentur für Arbeit). Es gibt zudem, vor allem an Fachhochschulen, eine Reihe von dualen oder berufsbegleitenden Studiengängen im Bereich Marketing.

 


Die Studie kommt unter anderem zu folgenden Ergebnissen:

 

  • Berufserfahrung
    In aller Regel steigt das Einkommen mit der Dauer der Berufserfahrung. Dies gilt im Großen und Ganzen auch für die Berufsgruppe der Marketingfachkräfte. Bei einer Berufserfahrung bis zu einem Jahr beträgt das durchschnittliche Monatseinkommen rund 3.000 Euro, bei mehr als zwanzig Jahren steigt es auf fast 4.170 Euro. Dies bedeutet einen Einkommenszuwachs von 1.170 Euro.
  • Betriebsgröße
    Das Einkommen von Marketingfachkräften variiert auch mit der Betriebsgröße. Beschäftigte in kleinen Betrieben mit maximal 20 Mitarbeiter/innen verdienen durchschnittlich 2948 Euro monatlich.  In Großbetrieben mit mehr als 500 Beschäftigten liegt das Monatseinkommen um gut 900 Euro höher.
  • Tarifbindung
    Marketingfachkräfte profitieren von der Tarifbindung. In tarifgebundenen Betrieben liegt ihr Monatseinkommen mit durchschnittlich etwa 3.930 Euro rund 20 Prozent über dem Gehalt ihrer Kolleg/innen in nicht tarifgebundenen Betrieben. Insgesamt geben jedoch nur 36 Prozent der Marketingfachkräfte an, dass in dem Betrieb, in dem sie arbeiten, ein Tarifvertrag gilt.
  • West und Ost
    Während in Westdeutschland Marketingfachkräfte im Durchschnitt 3.550 Euro erhalten, bekommen sie in Ostdeutschland rund 2.920 Euro. In den neuen Bundesländern verdienen Marketingfachkräfte damit rund 18 Prozent weniger als ihre Kolleg/innen in den alten Bundesländern.
  • Männer und Frauen
    In unserer Erhebung sind fast 65 Prozent der Marketingfachkräfte Frauen. Das Einkommen der weiblichen Marketingfachkräfte liegt dennoch mit im Durchschnitt 3.400 Euro rund 250 Euro unter dem ihrer männlichen Kollegen. Dies macht einen Einkommensnachteil von mehr als 7 Prozent aus.
  • Arbeitszeit
    Die durchschnittliche vertragliche Arbeitszeit liegt bei 38,0 Stunden in der Woche. Es macht jedoch einen Unterschied, ob der Betrieb tarifgebunden ist: In Betrieben mit Tarifbindung liegt die durchschnittliche Arbeitszeit bei 36,8 Wochenstunden, während es in Betrieben ohne Tarifbindung 38,7 Stunden sind. Die Befragten geben weiter an, tatsächlich mehr zu arbeiten als vertraglich vereinbart: Der Durchschnitt der tatsächlichen Wochenarbeitszeit liegt bei 43,6 Stunden. Bei nur 7,5 Prozent ist eine vertragliche Arbeitszeit von mehr als 40 Stunden festgelegt, jedoch geben 67 Prozent an, tatsächlich mehr als 40 Stunden in der Woche zu arbeiten.

 

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Die komplette Auswertung (pdf)