Pflegeberufe

Beschäftigte in Pflegeberufen sind mit ihrer Arbeit zufrieden, aber sie empfinden sie als sehr stressig und auch körperlich erschöpfend. Mit der Bezahlung sind sie mehrheitlich nicht zufrieden. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie auf Basis der Lohnspiegeldaten, die erstmals 2012 vorgelegt wurde. Eine im Oktober 2013 aktualisierte Fassung dieser Studie bestätigt deren Ergebnisse. Sie basiert auf den online erfassten Angaben von inzwischen knapp 4.000 Beschäftigten aus verschiedenen Berufen und Tätigkeitsbereichen in der Kranken- und Altenpflege. Offenkundig sind die Prinzipien "Faire Löhne" und "Gute Arbeit" im Pflegesektor noch keineswegs zufriedenstellend umgesetzt.

Pflegeberufe

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In dieser Auswertung werden unterschiedliche Berufe aus dem Bereich Gesundheits- und Krankenpflege
betrachtet. Zu den Tätigkeiten in diesem Bereich gehört das Betreuen und Versorgen von Patienten und Patientinnen, das Ausführen ärztlich veranlasster Maßnahmen sowie das Assistieren bei Untersuchungen und Behandlungen. Altenpfleger betreuen speziell ältere, hilfsbedürftige Menschen. Sie unterstützen diese zudem im Alltag und gestalten Freizeitprogramme. Helfer in der Pflege benötigen keine speziellen Fachkenntnisse, sie unterstützen die Pflegefachkräfte bei ihrer Arbeit. Stationsleiter übernehmen Aufsichtsaufgaben, die Spezialkenntnisse und -fertigkeiten erfordern. Ihnen obliegt die Verantwortung für Planung und Organisation der Patientenbetreuung und sie beaufsichtigen die Fachkräfte. (Quelle: Bundesagentur für Arbeit)


Dieser Bericht beinhaltet eine Analyse der Einkommensverhältnisse der Berufsbezeichnungen
„Krankenschwester, -pfleger“, „Helfer/in in der Krankenpflege“, „Anästhesieschwester, -pfleger“, „Psychiatrieschwester, -pfleger“, „Operationsschwester, -pfleger“, „Säuglings-, Kinderkrankenschwester, -pfleger“, „Stationsleiter/in Altenpflege“, „Altenpfleger/in“ und „Altenpflegehelfer/in“. „Stationsleiter/in Krankenpflege“ und „Stationsleiter/in Kinderkrankenpflege“ wurden zusammengefasst, da in der letztgenannten Kategorie nur sechs Fälle vorlagen. Aufgrund geringer Fallzahlen wurden außerdem folgende Berufe in der Kategorie „sonstige Pflegeberufe“ zusammengefasst: „Gemeindeschwester, -pfleger“, „Hauspfleger/in“, „Heilerziehungspfleger/in“, „Wissenschaftliche Krankenpflege-, Geburtshilfefachkraft“, „Krankenpflege, Geburtshilfe“, „Nicht-wissenschaftliche Krankenschwester, -pfleger“ sowie „Hebamme“.

 

Das Bruttomonatseinkommen in Pflegeberufen beträgt ohne Sonderzahlungen auf Basis einer 38-Stunden-Woche durchschnittlich 2.412 Euro. Je nach Beruf variiert dieses Einkommen zwischen 1.855 Euro und 3.131 Euro. In den Pflegeberufen bestehen wie auch bei den Beschäftigten insgesamt deutliche Unterschiede bei den Einkommen zwischen Frauen und Männern, befristet und unbefristet Beschäftigten sowie zwischen West- und Ostdeutschland. Einkommensrelevant sind außerdem Berufserfahrung sowie die Tarifbindung der Betriebe.

 

Hier die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick:

 

  • Frauen und Männer
    Im Pflegebereich verdienen die Frauen im Durchschnitt 12 Prozent weniger als die Männer. Frauen verdienen im Durchschnitt monatlich 2.315 Euro, Männer verdienen 2.633 Euro und damit 318 Euro mehr.
  • Befristet oder unbefristet
    Befristet Beschäftigte verzeichnen gegenüber den unbefristet Beschäftigten einen deutlichen Einkommensrückstand von durchschnittlich 18 Prozent. Besonders hoch ist der Anteil der befristet Beschäftigten in den gering bezahlten Tätigkeiten (Helfer/innen, Altenpfleger/innen).
  • Berufserfahrung
    Sie zahlt sich eindeutig aus. Das Monatseinkommen von Beschäftigten in Pflegeberufen mit weniger als fünf Jahren Berufserfahrung beträgt im Schnitt 2.043 Euro, bei 30 und mehr Jahren Berufserfahrung klettert es auf rund 2.721 Euro.
  • West und Ost
    Während in Westdeutschland Beschäftigte in Pflegeberufen durchschnittlich 2.525 Euro erhalten, bekommen sie in Ostdeutschland 2.040 Euro. In den neuen Bundesländern verdienen damit Beschäftigte in Pflegeberufen rund 19 Prozent weniger als ihre Kolleg/innen in den alten Bundesländern.
  • Tarifbindung
    Beschäftigte in Pflegeberufen profitieren von der Tarifbindung. In tarifgebundenen Betrieben verdienen sie mit durchschnittlich 2.660 Euro gut 24 Prozent mehr als ihre Kolleginnen und Kollegen in nicht tarifgebundenen Betrieben.
  • Arbeitszufriedenheit und Arbeitsbelastung
    Die Zufriedenheit mit der Bezahlung fällt mit einem Wert von 2,4 auf einer Skala von 1 bis 5 sehr gering aus. Die Zufriedenheit mit Arbeit insgesamt wird mit 3,3 zwar deutlich besser bewertet; damit liegen die Beschäftigten in Pflegeberufen dennoch unter dem Durchschnitt aller Beschäftigten im LohnSpiegel. Die Arbeitsbelastung wird ebenfalls als relativ hoch eingestuft.

 

 

Weitere Informationen
Die komplette Auswertung (pdf)