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Lohnspiegel

: Verkäufer/in im Einzelhandel

Ob Supermarkt, Kaufhaus oder Fachgeschäft: Die Aufgaben im Einzelhandel sind vielseitig und gehen weit hinaus über das Verkaufen. Verkäufer/innen schätzen neben der Abwechslung ihrer Tätigkeit den täglichen Kontakt mit Menschen. Bei aller Freude an ihrer Arbeit äußern sich viele aber auch kritisch und beklagen die Arbeitszeiten, die wenig familienfreundlich sind. Zudem finden die meisten ihr Gehalt zu niedrig. Mit zehn Jahren Berufserfahrung liegen die Monats­löhne im Schnitt nur bei 2.190 Euro. Mehr bezahlt wird, wo ein Tarif­vertrag gilt.

Verkäufer/innen im Einzelhandel sind wichtig: Die Zeit der Corona-Pandemie hat deutlich gemacht, wie wichtig („systemrelevant“) die Arbeit von Verkäuferinnen und Verkäufern für das Funktionieren unserer Gesell­schaft ist. Ob Lebensmittel, Bekleidung oder Elektronik – ob Supermarkt, Kaufhaus oder Fachgeschäft: Die Aufgaben von Verkäufer/innen im Einzel­handel sind vielseitig und gehen weit hinaus über das Verkaufen.


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Viele sehen ihren Beruf mit zwiespältigen Gefühlen: Verkäuferinnen und Verkäufer im Einzelhandel finden ihren Beruf oft interessant und abwechs­lungsreich, vor allem den täglichen Umgang mit anderen Menschen. Allerdings fühlen sich viele Beschäftigte unterbezahlt und beklagen die ungünstigen Arbeitszeiten sowie eine hohe Belastung durch Stress. Daher raten 63 Prozent von ihrem Beruf eher ab.

Mehr Berufserfahrung bedeutet etwas mehr Gehalt: Mit zehn Jahren Berufserfahrung verdienen Verkäufer/innen im Einzelhandel in Vollzeit durchschnittlich 2.190 Euro, nach 20 Jahren sind es 2.280 Euro. Um einiges geringer sind die Einstiegsgehälter – sie liegen bei 1.930 Euro.

Verkäuferinnen verdienen weniger als Verkäufer: Laut WSI-Lohnspiegel-Datenbank verdient ein Verkäufer im Einzelhandel mit zehn Jahren Berufs­erfahrung durchschnittlich 2.250 Euro im Monat, eine Verkäuferin hingegen nur 2.140 Euro – also rund 9 Prozent weniger. Mit zunehmender Erfahrung im Beruf vergrößert sich dieser geschlechtsspezifische Verdienstunterschied sogar auf bis zu 15 Prozent.

Große Unternehmen zahlen etwas mehr als kleinere Betriebe: Das Monatsgehalt von Verkäufer/innen im Einzelhandel liegt durchschnittlich bei 2.320 Euro, wenn sie für einen Betrieb mit mehr als 500 Beschäftigten arbeiten. In kleineren Betrieben mit weniger als 100 Beschäftigten verdienen sie im Mittel 2.130 Euro, also 190 Euro weniger.

Die Löhne sind im Osten niedriger als im Westen: Verkäuferinnen und Verkäufer verdienen mit zehn Jahren Berufserfahrung in Westdeutschland durchschnittlich 2.220 Euro monatlich, in Ostdeutschland 2.100 Euro – ein Unterschied von gut 5 Prozent. Bei den Gehältern an der Spitze liegen das Saarland (2.330 Euro), Hamburg (2.310 Euro) und Bremen (2.300 Euro), am niedrigsten ist das Einkommen in Thüringen (1.970 Euro).

Mit Tarifvertrag verdienen die Beschäftigten mehr als ohne: Verkäufer/innen, die in einem Betrieb mit Tarifbindung arbeiten, haben einen klaren finanziellen Vorsprung. 14 Prozent beträgt ihr Plus beim Grundgehalt. Zusätzlich gibt es mit Tarifvertrag für die meisten Verkäufer/innen im Einzelhandel Urlaubs- und Weihnachtsgeld (80 bzw. 79 Prozent) – weitaus häufiger als in Betrieben ohne Tarifvertrag.

Weitere Informationen

Herrberg, H. / Lübker, M. / Bünger, P. (2022): Was verdienen Verkäufer/innen im Einzelhandel? Eine Analyse auf Basis der WSI-Lohnspiegel-Datenbank. Lohnspiegel.de-Arbeitspapier Nr. 46, Düsseldorf.

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