WSI-Tarifarchiv wertet die LohnSpiegel-Umfragen aus
Auswertungen der mit der LohnSpiegel-Umfrage gewonnenen Daten
Seit 2004 liefert der "LohnSpiegel" Daten über die Einkommen und Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmer/innen. Erhoben und ausgewertet werden sie vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung. In den WSI-Mitteilungen 1/2010 ist dazu eine Zwischenbilanz (PDF, 285 kB) erschienen. Sie liefert Antworten auf methodische Fragen der Online-Erhebung und gibt einen Überblick über die Ergebnisse zu Berufsgruppenanalysen, geschlechtsspezifischen Einkommensunterschieden und Tarifbindung. Hier die bisherigen Auswertungen:
Akademiker/innen: Im Durchschnitt 21,5 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen
Frauen mit akademischem Abschluss verdienen weit weniger als ihre männlichen Kollegen. Dies gilt für Beschäftigte aller Abschlussarten - vom Bachelor an der Fachhochschule über den Master an der Universität bis hin zur Promotion. Dieses Ergebnis präsentiert das WSI-Tarifarchiv der Hans-Böckler-Stiftung anlässlich des "Equal Pay Day" am 23. März 2012. Es basiert auf einer Online-Umfrage des LohnSpiegel, an der rund 10.200 Beschäftigte mit akademischem Abschluss sich beteiligt haben.
Köch/innen: Im Durchschnitt 2.047 Euro brutto
Das Bruttomonatseinkommen von Köchinnen und Köchen beträgt ohne Sonderzahlungen auf Basis einer 38-Stunden-Woche im Durchschnitt 2.047 Euro. Dieses Ergebnis beruht auf einer Online-Umfrage des LohnSpiegel, an der sich von 2006 bis Mitte 2011 fast 1.100 Angehörige dieser Berufsgruppe beteiligt haben.
Sekretär/innen: Im Durchschnitt 2.400 Euro brutto
Das Bruttomonatseinkommen von Sekretärinnen und Sekretären beträgt auf Basis einer 38-Stunden-Woche ohne Sonderzahlungen durchschnittlich 2.400 Euro. Zu diesem Ergebnis haben bei der Online-Umfrage des LohnSpiegelrund 2230 Sekretärinnen und Sekretäre beigetragen. Eine entscheidende Rolle spielt dabei die Betriebsgröße.
Versicherungskaufleute: Im Durchschnitt 3.422 Euro brutto
Das Bruttomonatseinkommen von Versicherungskaufleuten beträgt auf Basis einer 38-Stunden-Woche ohne Sonderzahlungen durchschnittlich 3.422 Euro. Je nach Branche variiert dieses Einkommen zwischen 2.654 Euro und 3.920 Euro. Zu diesem Ergebnis haben bei der Online-Umfrage des LohnSpiegel 570 Versicherungskaufleute beigetragen.
Weihnachtsgeld 2011: Tarifgebundene profitieren
Rund 55 Prozent der Beschäftigten erhalten eine Jahressonderzahlung in Form eines Weihnachtsgeldes. Rund 16 Prozent erhalten eine Gewinnbeteiligung und 19 Prozent erhalten sonstige Sonderzahlungen. Zu diesem Ergebnis haben bei der Online-Umfrage des WSI-Tarifarchivs der Hans-Böckler-Stiftung rund 16.000 Beschäftigte beigetragen. Eindeutig profitieren die Beschäftigten von einer Tarifbindung ihres Arbeitgebers: Beschäftigte mit Tarifbindung erhalten zu 71 Prozent ein Weihnachtsgeld, Beschäftigte ohne Tarifbindung dagegen nur zu 43 Prozent.
Chemielaborant/innen: Im Durchschnitt 2.917 Euro brutto
Das Bruttomonatseinkommen von Chemielaborant/innen beträgt auf Basis einer 38-Stunden-Woche ohne Sonderzahlungen durchschnittlich 2.917 Euro. Zu diesem Ergebnis haben bei der Online-Umfrage des LohnSpiegel 563 Chemielaborant/innen beigetragen.
Führungskräfte: Frauen sind doppelt im Nachteil
Frauen mit Hochschulabschluss sind doppelt im Nachteil: Sie haben seltener Führungs- und Personalverantwortung als Männer und sie werden in ihren Führungspositionen auch schlechter bezahlt als ihre männlichen Kollegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Online-Umfrage des LohnSpiegel, an der sich rund 12.000 Akademiker/innen beteiligt haben.
Energieanlagenelektroniker/innen: Im Durchschnitt 2.868 Euro brutto
Rund 790 Energieanlagenelektroniker/innen haben den LohnSpiegel-Fragebogen ausgefüllt. Demnach verdienen sie auf der Basis einer 38-Stunden-Woche im Durchschnitt 2.868 Euro brutto. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede je nach Branche und Betriebsgröße.
Ingenieur/innen: Im Durchschnitt 4.380 Euro brutto
Das Bruttomonatseinkommen von Ingenieuren und Ingenieurinnen beträgt ohne Sonderzahlungen auf Basis einer 40-Stunden-Woche durchschnittlich 4.380 Euro. Je nach Fachrichtung variiert dieses Einkommen zwischen 4.836 Euro bei Elektronik- und Fernmeldeingenieur/innen und 3.709 Euro bei Bauingenieur/innen. Je höher der Abschluss, desto höher ist auch der Verdienst. Berufserfahrung zahlt sich aus. Frauen verdienen als Ingenieurinnen deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen. Zwischen West- und Ostdeutschland besteht ein beträchtliches Einkommensgefälle. In größeren Betrieben wird mehr verdient als in kleinen, in tarifgebundenen mehr als in tariflosen Betrieben.
Großhandelskaufleute: Mit Tarifvertrag verdienen sie mehr
Großhandelskaufleute, die in einem Betrieb mit Tarifvertrag arbeiten, verdienen im Durchschnitt 374 Euro monatlich mehr als ihre tariflos beschäftigten Kolleg/innen. Dieses Ergebnis des LohnSpiegel beruht auf den Angaben von rund 1.500 übers Internet Befragten.
Urlaub(sgeld) 2010: Meist 30 Tage und bis zu 2.023 Euro für die Reisekasse
Die meisten Arbeitnehmer/innen haben bis zu 30 Tage Urlaub und erhalten Urlaubsgeld, auf das sie aber nur bei entsprechendem Tarifvertrag einen Rechtsanspruch haben. Die tariflich vereinbarten Urlaubsextras schwanken je nach Branche zwischen 155 und 2.023 Euro. Das zeigt die aktuelle Auswertung des WSI-Tarifarchivs für 22 Wirtschaftszweige.
Diplomkaufleute: Höchstes Gehalt in Düsseldorf
Im Durchschnitt 4.210 Euro brutto verdienen Diplomkaufleute und Diplombetriebswirt/innen auf Basis einer 40-Stunden-Woche. Das ergibt die Online-Umfrage des LohnSpiegel, an der sich rund 3.000 Diplomkaufleute beteiligt haben. Am besten verdient diese Berufsgruppe in Düsseldorf: durchschnittlich 4.579 Euro.
Fachinformatiker/innen: Im Durchschnitt 2.610 Euro brutto
Das Bruttomonatseinkommen von Fachinformatiker/innen beträgt auf Basis einer 38-Stunden-Woche durchschnittlich 2.610 Euro. Zu diesem Ergebnis kommt - pünktlich zur CeBIT 2010 - die Online-Umfrage des LohnSpiegel, an der sich rund 860 Fachinformatiker/innen beteiligt haben.
Auswirkungen der Wirtschaftskrise: Personalabbau, Kurzarbeit und weniger Lohn
Auf die Wirtschaftskrise reagieren viele Betriebe mit Personalabbau, Kurzarbeit und Abstrichen bei Lohn und Gehalt. Besonders deutlich sind die Auswirkungen in der Metallindustrie, wo die Kurzarbeit eine sehr große Rolle spielt. Zu diesem Ergebnis kommt das WSI-Tarifarchiv mit einer Online-Umfrage des LohnSpiegel, an der sich von August bis Dezember 2009 rund 10.000 Beschäftigte beteiligt haben.
Kraftfahrzeug-Mechaniker/innen: Im Durchschnitt 2.269 Euro brutto
Das Bruttomonatseinkommen von Kraftfahrzeug-Mechaniker/innen beträgt auf Basis einer 38-Stunden-Woche durchschnittlich 2.269 Euro. Dieses Ergebnis der Online-Umfrage von LohnSpiegel.de beruht auf den Angaben von rund 920 Kfz-Mechaniker/innen.
Berufsanfänger/innen: Frauen vom Start weg benachteiligt
Bereits beim Berufsanfang verdienen Frauen deutlich weniger als Männer: Die Einkommen von Frauen mit bis zu drei Jahren Berufserfahrung liegen im Durchschnitt um 18,7 Prozent unter denen vergleichbarer männlicher Kollegen. Zu diesem Ergebnis kommt das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung in einer vom Bundesfrauenministerium in Auftrag gegebenen Untersuchung
IT-Systemadministrator/innen: Im Durchschnitt 3.199 Euro brutto
IT-Systemadministratoren/innen verdienen - auf der Basis einer 38-Stunden-Woche - im Durchschnitt 3.199 Euro brutto im Monat. Das ergibt sich aus der Auswertung der Online-Umfrage von LohnSpiegel.de, an der sich rund 1.370 IT-Systemadministratoren/innen beteiligt haben. Dabei reicht das Bruttoeinkommen von monatlich 2.804 Euro im Großhandel über 3.304 Euro in der Druckindustrie bis zu 3.601 Euro im Bankgewerbe.
Mindestlöhne: In Westeuropa über 8,40 Euro
Auch in der Wirtschaftskrise sind in wichtigen europäischen Ländern die Mindestlöhne leicht gestiegen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung. Sie leisten einen Beitrag, die Wirtschaft zu stabilisieren.
Techniker/innen: Im Durchschnitt 3.170 Euro brutto
Das Bruttomonatseinkommen von Technikerinnen und Technikern beträgt auf Basis einer 38-Stunden-Woche durchschnittlich 3.170 Euro. Je nach Fachrichtung variiert dieses Einkommen zwischen 3.802 Euro bei Chemietechniker/innen und 2.175 Euro bei Zahntechniker/innen. Dieses Umfrage-Ergebnis von LohnSpiegel.de beruht auf den Angaben von rund 5.000 Technikerinnen und Technikern.
Bankkaufleute: Im Durchschnitt 3.621 Euro brutto
Das Bruttomonatseinkommen von Bankkaufleuten beträgt auf Basis einer 39-Stunden-Woche durchschnittlich 3.621 Euro. Zu diesem Ergebnis kommt die Online-Umfrage von LohnSpiegel.de, an der sich 1.470 Bankkaufleute beteiligt haben.
Bürokaufleute: Im Durchschnitt 2.157 Euro brutto
Das Bruttomonatseinkommen von Bürokaufleuten beträgt ohne Sonderzahlungen auf Basis einer 38-Stunden-Woche durchschnittlich 2.157 Euro. Je nach Branche variiert dieses Einkommen zwischen 1.882 Euro brutto im Kraftfahrzeughandel und 2.510 Euro im Wirtschaftszweig Herstellung von Büromaschinen und Datenverarbeitungsgeräten. An der Online-Umfrage von www.lohnspiegel.de haben sich rund 3.600 Bürokauffrauen und -männer beteiligt.
Ansprechpartner in der Hans-Böckler-Stiftung:
Dr. Reinhard Bispinck
Leiter des WSI-Tarifarchivs
Tel.: 0211-7778-232
E-Mail: Reinhard-Bispinck@boeckler.de



