Akademikerinnen verdienen weit weniger als ihre männlichen Kollegen

Lohnspiegel.de - Akademikerinnen verdienen weit weniger als ihre männlichen Kollegen

Frauen mit akademischem Abschluss verdienen weit weniger als ihre männlichen Kollegen. Dies gilt für Beschäftigte aller Abschlussarten - vom Bachelor an der Fachhochschule über den Master an der Universität bis hin zur Promotion. Im Durchschnitt beträgt die Gehaltslücke („Gender Pay Gap“) 21,5 Prozent. Dieses Ergebnis präsentiert das WSI-Tarifarchiv der Hans-Böckler-Stiftung anlässlich des "Equal Pay Day" am 23. März 2012. Der in den USA 1966 initiierte und 2008 erstmals auch in Deutschland veranstaltete Aktionstag zielt auf die Entgeltgleichheit zwischen Männern und Frauen. Das Ergebnis beruht auf einer Online-Umfrage des LohnSpiegel, an der rund 10.200 Beschäftigte mit akademischem Abschluss sich beteiligt haben.

Akademiker-Abschluss

Akademischer Abschluss: Die Gehaltslücke zwischen Frauen und Männern variiert je nach akademischem Abschluss (siehe Grafik oben).

  • Promovierte Frauen erhalten auf Basis einer 40-Stunden-Woche ohne Sonderzahlungen ein Bruttomonatsgehalt von durchschnittlich 4.679 Euro, Männer mit Doktortitel dagegen im Schnitt 5.342 Euro, also 663 Euro oder gut 14 Prozent mehr.
  • Noch größer ist der Abstand bei Beschäftigten mit dem Diplomabschluss einer Universität: Hier verdienen Frauen im Schnitt 3.534 Euro, Männer hingegen 4.590 Euro, also 1.056 Euro oder fast 30 Prozent mehr.
  • Frauen mit Master-Abschluss einer Universität verdienen durchschnittlich 3.827 Euro, Männer mit diesem dagegen 4.530 Euro, also 703 Euro oder über 18 Prozent mehr.
  • Absolventinnen mit einem Bachelor-Abschluss einer Fachhochschule verdienen im Schnitt 3.023 Euro; das sind 618 Euro oder rund 17 Prozent weniger als männliche Bachelor-Absolventen mit durchschnittlich 3.641 Euro.

 

Akademiker-Alter

 

Lebensalter:

Je älter die Beschäftigten mit akademischem Abschluss sind, umso größer wird der Gender Pay Gap (siehe Grafik Mitte)

  • Akademikerinnen im Alter zwischen 25 und 30 Jahren verdienen 15,2 Prozent weniger als Männer dieser Altersgruppe.
  • Im Alter zwischen 36 und 40 Jahren steigt die Gehaltslücke auf 18,4 Prozent.
  • In der Altersgruppe von 46 bis 50 Jahren erreicht der Gender Pay Gap 25,3 Prozent.
  • Bei Beschäftigten, die älter als 50 Jahre sind, liegt die Gehaltslücke mit 25,1 Prozent gleichfalls am oberen Ende.

 

Akademiker-Berufe

Berufe: Die Einkommensunterschiede fallen je nach Beruf ebenfalls unterschiedlich aus (siehe untere Grafik).

  • Ein relativ geringer Gender Pay Gap besteht bei den Informatiker/innen: Frauen verdienen hier im Schnitt 4.265 Euro, das sind 158 Euro oder knapp 4 Prozent weniger als die Männer mit 4.423 Euro.
  • Deutlich größer ist die Gehaltslücke mit rund 14 Prozent bei Diplomkaufleuten: Frauen verdienen hier 4.149 Euro; das sind 691 Euro weniger als das Gehalt der Männer mit 4.840 Euro.
  • Ähnlich groß ist der Gehaltsabstand mit rund 15 Prozent bei Soziologen/innen und Sozialwissenschaftler/innen: Hier verdienen die Frauen im Schnitt 3.246 Euro, das sind 565 Euro weniger als das Gehalt der Männer von 3.811 Euro.
  • Besonders groß ist der Gender Pay Gap mit 24 Prozent bei den Physiker/innen: Frauen erhalten im Schnitt 4.134 Euro, Männer dagegen 5.466 Euro, also 1332 Euro mehr.

 

Pressemitteilung des WSI-Tarifarchivs zum Equal Pay Day (PDF, 270 kB)

 

 

Share |